Adolf Damaschke 1865-1935
Pädagoge, Publizist und Bodenreformer
in der Zeitenwende
Adolf Damaschke gehört zu den herausragenden, heute fast vergessenen Persönlichkeiten der sozialen Bewegungen in der politischen Geschichte Deutschlands um die vorletzte Jahrhundertwende.
Er stammte aus einer Berliner Tischlerfamilie und wuchs in der räumlichen Enge einer Mietskaserne auf. Mit seiner Bodenreformbewegung schärfte er seit 1890 das Bewusstsein dafür, dass eine ausschließlich private, gewinnorientierte Nutzung vor allem des städtischen Bodens nicht zu einer bedarfsgerechten Versorgung der Bevölkerung mit bezahlbarem Wohnraum führt.
Diese Erkenntnis führte zu erheblichen Veränderungen in der kommunalen Bodennutzung. Auch wenn nicht alle diese Reformen auf ihn zurückgehen, so schuf er doch einen „neutralen Boden“, der sowohl von sozialdemokratischer als auch von bürgerlicher Seite vertreten werden konnte.
In seiner Biografie und in seiner Politik gibt es auch Probleme, wie die Verwendung antisemitischer Klischees, wenn auch aus taktischen Gründen, seine Vorliebe für Kolonialbesitz, solange er für die Bodenreform entscheidend war, vor allem aber die Tendenz seines letzten Buches „Ein Kampf um Sozialismus und Nation“, bei den Nationalsozialisten Gehör zu finden. Das war kein Bekenntnis zur nationalsozialistischen Gesinnung, sondern ein beharrliches Festhalten an der traditionellen Position der Bodenreform.
ISBN 978-3-88502-089-9
Seitenzahl: 422 Seiten
Erscheinungsjahr: 2025, kleine Auflage